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Schlangen sind eine Unterordnung der Reptilien. Sie stammen von echsenartigen Vorfahren ab, die ihren Körper stark verlängert und ihre Beine verloren haben. Sie umfassen eine große Anzahl von Arten und sind bis auf die Eiskappen und einige Inseln überall auf der Welt anzutreffen. Auch in der Mythologie spielte die Schlange eine große Rolle, so verführte sie unter anderem in der Bibelgeschichte Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis zu kosten.
Schlangen sind - von der Winterruhe einmal abgesehen - Einzelgänger und finden sich nur zur Paarung zusammen.
Als Kaltblüter oder "wechselwarme" Tiere erhalten Schlangen ihre Körpertemperatur nicht durch Energiegewinnung aus ihrer Nahrung, sondern sind von ihrer Umgebung abhängig. Daher können an sonnigen Tagen vor allem in kalten und bergigen Regionen oft Schlangen beim Sonnebad beobachtet werden. Sie nutzen die Wärmestrahlung der Sonne um ihre Körpertemperatur zu erhöhen und damit ihren Stoffwechsel zu aktivieren. Kalte Schlangen sind langsam und träge. Sie züngeln dann auch deutlich weniger und langsamer. Klapperschlangen z.B. rasseln dann mit einer deutlich niedrigeren Frequenz. Weil die Erhaltung der Körpertemperatur beim Warmblüter einen sehr großen Teil der Nahrungsenergie verbraucht, benötigen Schlangen viel weniger Nahrung als diese und brauchen daher je nach Art und Größe der letzten Mahlzeit nur alle 2 - 10 Tage bei kleinen und 4-10 Wochen bei großen Vertretern erneut auf die Jagd zu gehen. Wird es ihnen zu warm müssen sie schattige Plätze oder das Wasser aufsuchen, weil Schlangen nicht über Schweißdrüsen verfügen.
Mit ihrer gespaltenen Zunge nehmen sie nichtflüchtige Partikel aus der Luft auf. Im Inneren des Mauls führen sie die Zungenspitzen in das Jacobsonsche Organ, eine kleine Vertiefung, die unter der Nase liegt. Dort werden diese Partikel dann ähnlich den Gerüchen (flüchtige Partikel) analysiert. Schlangen züngeln also so oft, um etwas über ihre Umgebung zu erfahren.
Einige wenige Arten (Boas, Pythons, Grubenottern) haben spezielle Grubenorgane entwickelt, die es ihnen ermöglichen Wärmstrahlung (IR-Strahlung) wahrzunehmen. Diese ermöglichen eine präzise Jagd auch bei Dunkelheit und sogar bei Blindheit.
Dafür besitzen sie keine Ohren mehr. Allerdings findet man immer noch evolutionäre Überbleibsel des Innenohres, die es ihnen ermöglichen Vibrationen des Bodens wahrzunehmen.
Alle Schlangen sind Raubtiere und ernähren sich von anderen, lebenden oder frisch getöteten Tieren. Zu ihrer Beute zählen neben Insekten bei kleineren Schlangen vor allem Nagetiere, Frösche und Eidechsen bei mittelgroßen Schlangen. Sehr große Schlangen erlegen neben Kaninchen auch mal Rehe oder Wildschweine. Ansonsten können Vögel und sogar Eier genauso auf dem Speiseplan stehen wie andere Schlangen. Kobras fressen häufig andere Schlangen. Für den Beutefang haben sich Schlangen in zwei Gruppen spezialisiert: Würgeschlangen und Giftschlangen, die über einen sehr komplexen Giftapparat verfügen. Insekten und Frösche werden meist lebend verschlungen. Im großen Magen wird die Beute mit Hilfe einer relativ hoch konzentrierten Salzsäure aufgelöst. Nur Haare können von Schlangen nicht verdaut werden und werden nach einiger Zeit wieder ausgewürgt. Riesenschlangen können über ein Jahr lang hungern. |
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