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Die Hundertfüßer (Chilopoda) sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und werden bei den Tausendfüßern (Myriapoda) eingeordnet. Weltweit sind etwa 3.000 Arten dieser Tiere bekannt, damit stellen sie nach den Doppelfüßern die zweitgrößte Gruppe der Tausendfüßer dar. Die Tiere erreichen Körperlängen von 1 bis 10 Zentimeter, tropische Scolopendra-Arten (dt.: Skolopender) können jedoch auch bis 25 Zentimeter lang werden.
Die Hundertfüßer stellen eine Zusammenfassung von vier Einzelgruppen dar, die in ihrer Morphologie stark variieren, aus diesem Grund ist es schwierig, eine einheitliche Beschreibung zu formulieren. Wie alle Angehörigen der Myriapoden zeichnen sich die Hundertfüßer vor allem durch eine einheitliche Gliederung der Körpersegmente aus. Auch die große Giftklaue, die aus dem ersten Laufbeinpaar entwickelt wurde und entsprechend als Maxilliped bezeichnet wird, ist bei allen Hundertfüßern zu finden.
Bei allen beobachteten Hundertfüßerarten erfolgt die Übertragung der Spermien über Spermapakete (Spermatophoren). Bei den Scutigeromorpha legt das Männchen eine Spermatophore ab und zieht das Weibchen darüber. Bei einigen Arten wie Thereuopodae decipiens nimmt das Männchen das Spermienpaket mit den Giftklauen auf und heftet es direkt an die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Bei den Lithobiomorpha und den Scolopendromorpha wird die Spermatophore in Anwesenheit des Weibchens auf ein Gespinst gelegt, das Weibchen nimmt diese dann später auf. Bei den Geophilomorpha besteht ebenfalls erst Kontakt zwischen den Geschlechtern. Danach begibt sich das Männchen in einen Gang und legt die Spermatophore ebenfalls auf ein Gespinst, von wo sie später vom Weibchen aufgenommen wird.
Bei den Scutigeromorpha werden die Eier einzeln und mit Erde maskiert abgelegt. Die Weibchen von Skolopendra und Craterostigmus legen einen Eiballen ab und rollen sich ventral um diesen, die Geophilomorpha rollen sich dorsal um den Eiballen. Bei all diesen brutpflegenden Arten werden die Eier regelmäßig beleckt und von Pilzen befreit.
Bei den Scolopendromorpha und den Geophilomorpha schlüpfen die Jungtiere mit voller Segmentzahl (Epimorphose) und bleiben bis zur dritten Häutung von der Fütterung durch die Mutter abhängig, erst dann verlassen sie das Gelege. Craterostigmus schlüpft mit 12 Beinpaaren und erreicht die volle Beinzahl von 15 nach der ersten Häutung. Skolopendra besitzt beim Schlupf sieben Beinpaare, Lithobius nur vier. Sie erreichen die volle Beinzahl von 15 Beinpaaren über mehrere Häutungen und sie häuten sich auch danach noch weiter.
Skolopender sind Tiere, die in den Tropen und Subtropen vorkommen. In Südeuropa ist der Cingulata scolopendra anzutreffen. S. bevorzugen meist ein eher feuchtes Milieu. Tagsüber sind sie im allgemeinen entweder im Laub, unter Steinen oder im Erdreich versteckt. Auch Komposthaufen sowie faules Holz dienen als Unterschlupf. Es sind lichtscheue Tiere, die tagsüber aufgescheucht, schnell die Dunkelheit aufsuchen. |
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