Die Chamäleons (Chamaeleonidae), auch Wurmzüngler genannt, sind eine Familie innerhalb der Klasse der Reptilien (Reptilia).

Derzeit sind ungefähr 160 verschiedene Arten beschrieben, die sich in zwei Unterfamilien aufteilen: Die Echten Chamäleons (Chamaeleoninae) und die Stummelschwanzchamäleons (Brookesiinae). Nahezu alle Chamäleons sind in ihren natürlichen Lebensraum gefährdet, fallen daher unter das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen und sind somit meldepflichtig.

Ursprünglich stammen die Chamäleons aus Ostafrika. Ihre Vielfalt entstand allerdings in Westafrika und Madagaskar. Heutzutage findet man sie auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, besonders Madagaskar und im Mittelmeergebiet, aber auch in Indien und Sri Lanka, der Türkei samt Arabischer Halbinsel. Dennoch konzentriert sich der Hauptbestandteil auf Afrika, (außer Norden) und Madagaskar. Als früher auf der Erde ein wärmeres Klima herrschte, fand man die Echsen sogar im heutigen Deutschland,wo Fossilien gefunden wurden, die dies bestätigen. Es ist jedoch unklar, ob diese eine eigene Art, oder ein "Einwanderer" aus dem Süden war.

Die Chamäleons sind wie oben erwähnt in verschiedene Arten eingeteilt. Während die Stummelschwanzchamäleons (Brookesia) nur auf Madagaskar vorkommen und die Erdchamäleons (Rhampholeon) nur an der Äquatorialebene Afrikas anzutreffen sind, kommen die echten Chamäleons (Chamaeleonidae) in allen oben genannten Ländern vor.

Der Lebensraum ist bei jeder Unterfamilie unterschiedlich. Die echten Chamäleons sind Busch- und Baumbewohner. Der Körperbau hat sich dem Leben in der Höhe gut angepasst (Greifschwanz, Greiffüße). Dennoch gibt es auch ein paar Arten die den Boden bewohnen. Bei den Erd- bzw. Stummelschwanzchamäleons wird, wie schon der Name erahnen lässt, bevorzugt die Laub- und Krautschicht als Lebensraum gewählt. Außerdem haben die Tiere viele Vegetationszonen erschlossen. In der sich im Norden befindenden Sahara leben in den Oasen der Wüste einige Arten, ganz im Gegensatz zu Chamäleons, die in extremer Kälte leben, wie zum Beispiel Chamaeleo schubotzi das an der Schneefallgrenze des 4500m hohen Mount Kenia lebt. Ein weiteres Beispiel ist Bradypodion occidentale, welches die Muschelkiesdünen von Süd-Westafrika bewohnt. Dort ist es nicht nur besonders heiß sondern auch durch den hellen Boden und der Sonnenreflektion gleißend hell.

Dennoch ist es schwierig, einer bestimmten Art einen eindeutigen Lebensraum zuzuordnen, da sich innerartliche Unterschiede des Lebensraumes über Jahrtausende herausgebildet haben. Hierbei liegen hohe Differenzen in Luftfeuchtigkeit und Umgebungstemperatur vor.

Chamäleons ernähren sich von Insekten, größere Exemplare fressen auch kleine Wirbeltiere, genauso wie kleinere Artgenossen nicht verschmäht werden. Bei einigen Arten (Furcifer pardalis, Bradypodion fischeri, Chamaeleo jacksonii und insbesondere Chamaeleo calyptratus) wurde beobachtet, dass sie als Nahrungsergänzung auch gerne Früchte und Gemüse zu sich nehmen.

Als Echsen legen sie meist Eier, sind also ovipar. Aber es gibt auch Arten, die vollentwickelte Junge zur Welt bringen, dies nennt man ovovivipar. Ovoviviparie tritt besonders häufig bei Tieren aus sehr kühlen Lebensräumen auf, da der Boden keine ausreichend hohe Temperatur für die Entwicklung der Eier bietet.

Chamäleons sind in den letzten Jahren aufgrund Ihrer Farbenpracht immer beliebter geworden. Man sollte den Haltungsaufwand für diese empfindlichen Tiere jedoch nicht unterschätzen, sie sind keinesfalls Anfängertiere. Einige Arten benötigen eine Nachtabsenkung bis auf 10 °C oder vertragen keine Temperaturen über 25 °C. Die Tiere fressen hauptsächlich Lebendfutter (einige fressen gelegentlich Pflanzenkost) und haben ein großes Frischluftbedürfnis, benötigen aber dennoch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für Anfänger ist am ehesten Chamaleo calyptratus (Jemenchamäleon) geeignet, da diese Art wohl zu den robustesten Arten zählt.

Wildfangtiere werden häufig angeboten, gehen jedoch aufgrund von Transportstress und Krankheiten häufig nach kurzer Zeit ein. In Deutschland kann man Nachzuchten über die AG-Chamäleons erhalten.