Vogelspinnen (Theraphosidae) sind eine Familie in der Unterordnung der Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) mit etwa 890 bisher entdeckten Arten in 111 Gattungen.
Sie traten bereits im Karbon vor 350 Millionen Jahren auf. Ihr Lebensraum sind vorrangig tropische bis subtropische Klimazonen.

Vogelspinnen ernähren sich vor allem von Insekten aber auch von kleinen Echsen, kleinen Nagetieren, Amphibien und sogar kleinen Schlangen.

Den Namen Vogelspinne verdanken sie wahrscheinlich der berühmten Naturforscherin und Künstlerin Maria Sybilla Merian. Ihre Eindrücke von einer Reise nach Surinam veröffentlichte sie 1705 in dem Werk Metamorphosis Insectorum Surinamensium. In diesem Werk (Seite 18) ist ein Kupferstich zu finden, mit einer großen Spinne, die auf einem Ast sitzend einen Kolibri verspeist.

Die Größte bekannte Vogelspinnenart ist Theraphosa blondi. Sie kann eine Körperlänge von 12 cm und Spannweite von 30 cm erreichen.

Trotz ihrer Größe ist ein Biss der meisten Vogelspinnen zwar schmerzhaft, aber dennoch harmlos.
Bei Menschen die allergisch auf Insektenstiche reagieren kann der Biss einer Vogelspinnen zu heftigen Reaktionen führen. Im Falle eines Bisses sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. In vielen Büchern wird ein Biss mit dem Stich einer Biene oder Wespe verglichen, was aber nicht auf alle Arten zutrifft. Nur bei Vertretern der asiatischen Gattungen Poecilotheria und Haplopelma kann ein Biss selten von Muskelkrämpfen und Benommenheit begleitet werden, die mehrere Tage anhalten können. Recht häufig tritt bei einem Biss allerdings eine Sekundärinfektion auf, ausgelöst durch die zahlreichen Keime an den Cheliceren (Zähne) der Spinne.

Die Vogelspinne zählt zu den Gliederfüßern.
Ihr Körper ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Bei der Vogelspinne unterscheidet man grob in den Vorderkörper (Prosoma) mit den vier Laufbeinpaaren, den Tastern (Pedipalpen) und den Beißklauen (Cheliceren) sowie den Hinterleib (Opisthosoma) mit den Spinnwarzen.

Geschlechtsunterscheidung
Die Schienbeinhaken:

Beinhaken

Die meisten VS Männchen besitzen am dritten Glied (Tibia) des ersten Laufbeinpaares Schienbeinhaken, die sogenannten Tibiaapophysen.
Bei der Paarung werden sie benötigt um das Weibchen nach oben zu drücken und auf Distanz zu halten.
Die Schienbeinhaken sind erst nach der Reifehäutung der Männchen sichtbar. Eine Ausnahme hierbei sind Männchen der Art Avicularia versicolor, diese besitzen keine Schienbeinhaken.
Die Bulben:

Bulbus

Ebeno wie die Schienbeinhaken sind die
Bulben nur bei adulten Männchen zu finden.
Sie befinden sich am ersten Glied der Tastern (Pedipalpen)
und sind bei jeder Art vertreten.
Beim Paarungsakt werden die Buben in die Geschlechtsöffnung (Epigastralfurche; bei beiden Geschlechtern vorhanden) eingeführt.